theaterfimmel Theater  für Groß und Klein
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Aktuelles

Die nächsten Termine: 

 

"Zwei wie Bonnie & Clyde" 

 

Sa. 20.10.18 - 19.30 Uhr

Michaeliskirche, Ascheberg

 

Premiere Silvester

"Mit deinen Augen" 

 

Mo. 31.12.18 - 19.00 Uhr

Aula am Schiffsthal, Plön

Das schreibt die Presse über uns

 

"Die besten Tage meines Lebens"
 
Pfaffenhofen (bsy) Verflixt noch mal – mit wem reden die eigentlich? Diese
Frage stellt sich der Zuschauer zu Beginn des Theaterstückes "Die besten Tage meines Lebens". Auf Einladung des Pfaffenhofener Theaterspielkreis
gastierte die Gruppe „Theaterfimmel“ aus Plön in der Nähe von Kiel am
Samstagabend in Pfaffenhofener Haus der Begegnung. Und obwohl man nur zwei Personen auf der Bühne sieht, sind es eigentlich vier, denn es sind die jeweiligen fiktiven Ehepartner, die erzählt bekommen, warum sich Anna und Klaus „schon lange kennen“ aber erst „seit kurzem Freunde“ sind. Ein brillantes Puzzle aus Raum- und Zeitebenen wird da im Laufe des Abends aufgefächert. Ein Abend voller pointierter Dialoge, witziger Szenen und dennoch voller Lebensfragen. Carina und Christoph Kohrt spielen in der romantischen Komödie Anna und Klaus, die ihren Ehepartnern erklären müssen, was sie beide mit einander verbindet. Oder genauergenommen: sich selbst. Denn wer oder was sie füreinander sind, wird den beiden erst in der Rückschau auf die diversen Begegnungen bewusst, die sie miteinander im Laufe der Jahre hatten. Mehrere Situationen, eingebettet in die Moden und Trends der vergangenen Jahrzehnte, werden auf diese Weise wieder präsent.

Unter der Regie von Katharina Butting ist ein amüsantes, rasant nachdenkliches Stück entstanden. Ob erster Schultag, Tanzkurs oder Studentenzeit: Ihre Begegnungen sind ungeplant und oft unromantisch, eine „Katastrophe - aber irgendwie liebevoll erzählt“, und Anna stellt fest: „Wenn wir zusammen sind, muss ich ziemlich oft lachen – zumindest hinterher.“

Das Publikum muss damit nicht bis hinterher warten, zu lachen gibt es viel in diesem Stück, und schade ist nur, dass es irgendwann dann doch zu Ende ist, denn längst sind wir süchtig geworden nach noch mehr liebevoll – verkorksten Zusammenkünften zweier Menschen, die zusammengehören und es einfach nicht wissen. Zumindest nicht, bis sie sich in Annas Hochzeitsnacht treffen. Mit viel Fingerspitzengefühl
gelingt es den Darstellern, die sanfte Zeitenwende in der Beziehung von Anna und Klaus einzuläuten. Anna wurde als Braut entführt, Klaus ist genau in der Kneipe abgesackt, wohin sich die Braut geflüchtet hat.

Ein wahres vergnügen ist es, bei dieser Lebensbeichte dabei zu sein, sei es im Aerobic-Studio oder beim heimlichen Saunabesuch. Das faszinierende ist die unterschiedliche Sichtweise zweier Menschen auf ein und dasselbe Ereignis, mal decken sich ihre Meinungen fast wortgenau, mal ist es komplett das Gegenteil. Wunderbar auch, wie Rückblick und Gegenwart gekonnt ineinander übergehen, so als reiche da jemand einen Tisch oder ein Glas Wein aus der Vergangenheit ins Hier und Jetzt. Etwas ganz besonderes haben Christoph und Carina Kohrt da nach Pfaffenhofen gebracht.
Nicht enden wollender Applaus zeugte davon, wie sehr sie das Publikum
begeistert haben.
Immer wieder gehen die beiden auf Tour mit ihrem Stück, normalerweise im Umkreis ihrer Heimat. Nach Pfaffenhofen hat sie die freundschaftliche Beziehung zu Mitgliedern des Theaterspielkreises
geführt. „Wir kommen auch gerne wieder“, so Christoph Kohrt am Ende der Vorstellung. Und da sollten ihn die Pfaffenhofener ihn beim Wort nehmen.



(Pfaffenhofener Courier 25.02.2013)

 

Intelligenter Wortwitz und ausdrucksstarke Mimik

Beeindruckende Silvester-Vorstellung: „Die besten Tage unseres Lebens“

Plön.
Schon die erste Szene überrascht das Publikum. Auf den ersten Blick wirkt
das Gesagte stimmig, doch irgendwie passen Handlung und Dialog nicht zusammen.
Es dauert eine Zeit, bis die Zuschauer merken, dass Carina und Christoph Kohrt
nicht nur miteinander auf der Bühne, sondern auch mit fiktiven Ehepartnern
irgendwo im Raum agieren. Das „doppelte Paar“ begeisterte mit dem
Zwei-Personen-Stück“ „Die besten Tage unseres Lebens“ in der Silvesternacht etwa
200 Theaterbesucher in Plön. Inszeniert mit viel Liebe zum Detail, glückt den
beiden Darstellern unter der Leitung der Regisseurin Katharina Butting der
Spagat zwischen Komödie und Comedy. Das „B-Projekt“ des Theaters Zeitgeist ist
ein voller und toller Erfolg. Intelligenter Wortwitz wechselt rasant mit
ausdrucksstarker Mimik. Das über zwei Stunden lange Stück bleibt stets
kurzweilig und sehr unterhaltsam.
Die Handlung: Anna und Klaus erinnern sich
in Zwiegesprächen mit ihren unsichtbaren Lebenspartnern an insgesamt sieben
Begegnungen, die allerdings keineswegs wir die besten Tage eines Lebens wirken.
Das erste Treffen bei der Einschulung wird zum traumatischen Fiasko.
Schüchterner Bettnässer wird von vorlauter Ziege bloßgestellt. Zehn Jahre später
hat sich das Blatt gewendet. In der Tanzschule fordert niemand das Mädchen mit
der Zahnspange auf, bis sich der Junge mit den beiden linken Füßen „erbarmt“. Es
folgt ein nächtlicher Überfall der kriegerischen Friedensaktivistin auf den
friedlichen Wehrdienstleistenden. Und auch in der Studentenbude gibt es ein
kurzes, wiederum eher unerfreuliches Wiedersehen. Einen echten „Mehrwert“ hat
die Inszenierung für die Besuchergeneration „40plus“ die mit einigen Spielszenen
auch private Erinnerungen an die 80er Jahre verbinden durfte. So hopsten Carina
und Christoph Kohrt im Stil der Aerobic-Welle mit Stirnband, Schweißbändern und
Leggings durch ein Fitnessstudio. Die Wende bringt ausgerechnet Annas
Hochzeitsnacht. Bei der traditionellen Entführung der Braut flüchtet diese in
eine Kneipe und landet am Tisch des angetrunkenen „Jugendfreundes“. Der
gemeinsame Schwips lockert die Zungen, die beiden kommen sich in dieser
tragikomischen Situation näher. In dieser schwierigen Schlüsselszene wachsen die
Darsteller über sich hinaus und erliegen nicht der Versuchung, das berauschende
Spiel zu übertreiben. Gleiches gilt für die erste intime Begegnung: Mittlerweile
ein guter Freund, lässt sich Klaus von Künstlerin Anna überreden, als Aktmodell
zu posieren. Während der Malerei reden die beiden über Gott und die Welt und
kommen sich näher.
Das Happy-End scheint unausweichlich – und wird zumindest
für die Zuschauer zur Wirklichkeit.
(Kieler Nachrichten OHZ 03.11.11)

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© Carina Kohrt